Perro de Agua Español - der spanische Wasserhund
Eine vielseitige und ursprüngliche Rasse aus Spanien !
(FCI Nr.336 Gruppe 8.3)
"3 x Perro de Agua Español !"
.... oder eine sehr vielseitige Rasse mit unterschiedlichen Ausprägungen......


Liest man das Buch von Prof. Barba Capote und die Veröffentlichungen des spanischen PDAE-Clubs (AEPAE) bekommt man den Eindruck, dass es in Spanien sehr umstritten ist, ob es wirklich drei TYPEN gibt oder nur PDAE mit unterschiedlich ausgeprägten äusserlichen Merkmalen.
Sicher können wir diesen Streit nicht klären, aber es ist interessant, beide Ansichten zu kennen.
In Spanien trifft man den Perro de Agua vorwiegend in drei Landschaften an und C.Barba Capote unterscheidet in seinem Buch drei verschiedene Typen der Rasse, die ihren unterschiedlichen Lebensräumen und Aufgaben angepasst sind.
Der Hund in den Bergen Andalusiens nennt er den "Tipo de Sierra", den Hund der Berge. Seine Hauptaufgabe ist das Hüten.
Er ist an das raue Klima mit zum Teil empfindlich kalten Wintern bestens angepasst. Diese Hunde erreichen bis zu 50 cm Schulterhöhe und haben einen kräftigen Knochenbau und kürzeren Rücken. Die Hinterbeine sind so gewinkelt, dass sie sich im unwegsamen Gelände beim Hüten der Ziegen und Schafe kraftvoll und schnell vorwärts bewegen können. Ihr Fell ist dichter, mit besonders viel Unterwolle im Winter. Die meisten Hunde sind schwarz oder braun, zum Teil mit weiss, sie unterscheiden sich so gut von den Schafen und Ziegen, die sie hüten. Die körperlichen Unterschiede zwischen Rüde und Hündin sind deutlich ausgeprägt.

Den etwas kleineren Hund in den Flussniederungen, dem Marschland Andalusiens, den "Marismas", nennt Barba Capote "Tipo Marismeno".
Er wird vorrangig als Jagdhund für die Wasserjagd verwendet.
Dieser schmalere, leichter gebaute Hund mit etwas längerem Rücken muss im flachen Land mit grosser Beweglichkeit durch Schilf und Dickicht streifen, Wasservögel aufstöbern und geschossene Vögel aus dem Wasser zu seinem Herrn bringen. Sein Fell ist nicht so dicht und hat keine Unterwolle und trocknet so schneller. Man findet sie in allen Farben, aber die braune Fellfarbe ist am häufigsten. Sie hat die besondere Eigenschaft auszubleichen, die Pigmentierung wird blasser, angefangen von den Haarspitzen bis zu den Haarwurzeln und ergibt so mit der Zeit ein "verwaschenes" Aussehen. Sie sind ihrer Umgebung farblich gut angepasst und können sich gut tarnen.

Dem Norden Spaniens, an den Küsten Cantabriens, ordnet er den dritten Typ des Perro de Agua Español zu, den Helfer der Fischer. Diese Gruppe hat unumstritten ein sehr einheitliches Erscheinungsbild. Sie haben alle ein sehr helles Fell, entweder weiss, creme oder sandfarben, manchmal mit weiss oder mit schwarz. Da sie auf den Booten der Fischer arbeiten, müssen sie nachts im Wasser gut zu erkennen sein, deswegen werden sie gezielt auf helle Fellfarbe gezüchtet. Ihr Fell ist sehr dicht und bildet dicke Schnüre, um sie gegen das kalte Wasser und die Feuchtigkeit des Winters zu schützen. Damit sie besser schwimmen können, wird ihr Fell meistens relativ kurz gehalten.

Trotz dieser Verteilung auf verschiedene Regionen und vielleicht auch "Typen" stecken in allen Perro de Agua Español die Fähigkeiten zu allen dieser Aufgaben.
Auch ein Hund von einem Fischerboot im Norden, der noch nie eine Herde gesehen hat, "weiß" was er tun muss, um sie zusammen zu treiben und zu halten.
Natürlich ist es nicht möglich, jeden PDAE äußerlich eindeutig einem Typ zuzuordnen. Sie sind nicht mehr nur Arbeitshunde der Bauern und Fischer in Spanien, die vor allem auf bestimmte Fähigkeiten bei der Arbeit hin ausgewählt wurden, sondern sie werden inzwischen in vielen anderen Ländern auch als Begleit- und Familienhunde gezüchtet. Dabei wird weniger darauf geachtet, ganz bestimmte Arbeitsfähigkeiten in der Zucht zu fördern. Dies stützt wiederum die Ausführungen von Antonio Garcia Perez, dem Präsidenten des spanischen PDAE -Club (AEPAE), dass eine Einteilung in diese Typen so nicht richtig ist. Er weist darauf hin, dass es PDAE unterschiedlicher Grösse und mit Unterschieden in der Fellstruktur gibt, mit längerem oder kürzerem Rücken, aber dies überall in Spanien, gelenkt durch den jeweiligen Züchter und seine Auswahl der Elterntiere.
Auf jeden Fall erscheint es mir wichtig, dass diese genetische Vielfalt erhalten bleibt und nicht durch vereinheitlichende Zucht auf einen gerade besonders beliebten "Typ" hin verloren geht.

( noch viel mehr Einzelheiten, Hintergrundinformationen enthält das Buch " El Perro de Agua Español"
von C.J. Barba Capote und B. Moreno Arroyo und das Buch "El Nuevo Libro del Perro de Agua Español"
von Josefina Gómez-Toldrá )


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